Was wünschst DU dir fürs neue Jahr?

Große und kleine Wünsche

Wünschen, das ist ja eine tolle Sache. Man kann sich so vieles wünschen. Frage ich meinen Sohn, kommt sicher ein Spielzeugwunsch dabei heraus oder ein Schokoladeneis. Kinder halten nicht hinter dem Berg mit ihren überschäumenden Wünschen (“Ich will dies, ich will das”).

Ich würde mir etwas nicht Käufliches wünschen: Ein ruhigeres und wirklich geruhsames Jahr wäre toll. In dem nicht viel passiert und wir nur noch über das Wetter meckern – wenn überhaupt. Die Wünsche sind durch Corona genügsamer geworden, scheint mir. Diese Bodenständigkeit könnte ein guter Weg sein, um das wirklich Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren.

Aber ist mein Wunsch ein Wunsch oder doch eher ein Bedürfnis?

Unterschied zwischen Wunsch und Bedürfnis

Wünsche verändern sich im Laufe eines Lebens. Wünschen kann man sich eben vieles, nur die Bedürfnisse, die bleiben ein Leben lang gleich. Sie sind universell. Wünsche können unnötig sein, ein Bedürfnis ist das niemals: Essen, Atmen, aber auch Nähe, Liebe, Geborgenheit und Zufriedenheit sind Bedürfnisse, die für eine gesunde Entwicklung und ein gutes Leben wichtig sind.

Ein Blick auf die Maslowsche Bedürfnispyramide zeigt eine mögliche Hierarchie der Bedürfnisse auf (Achtung: Sie vereinfacht und verallgemeinert stark und stellt eine Hierarchie auf, die so auf viele Menschen nicht zutrifft). Ist die körperliche Grundversorgung gewährleistet, können individuelle Bedürfnisse angegangen werden.

Die Vermengung der Beiden

Wir alle haben die gleichen Grundbedürfnisse (Hunger, Durst, Schlaf), sie haben ganz klar Priorität. Darauf folgen weitere (soziale, emotionale…), zum Beispiel das Bedürfnis nach Zufriedenheit, welches wir auf ganz unterschiedliche Weise zu befriedigen versuchen: der eine durch eine Shoppingtour und der andere mit einem Waldspaziergang. Wir haben also das gleiche Bedürfnis, wählen aber unterschiedliche Wege, um es zu erreichen. Deshalb fallen die Wünsche von Mensch zu Mensch unterschiedlich aus – der Motor kann aber das gleiche Bedürfnis sein.

Wichtig ist es also zu wissen, welches Bedürfnis hinter unseren Wünschen steckt: Wird das neue Puzzle mein Kind zufriedener machen? Oder will es nur gemeinsame Zeit mit mir verbringen? Brauche ich eine neue Frisur, um glücklicher zu sein? Oder möchte ich mehr wahrgenommen werden?

Trägt die Erfüllung des Wunsches tatsächlich zur Befriedigung eines Bedürfnisses bei oder verschafft sie mir nur einen kurzen Moment der Freude? Kann ich das Bedürfnis nicht auf eine andere Art besser befriedigen? Wenn ich spüre, dass die Erfüllung meiner Wünsche mein Bedürfnis gar nicht befriedigt – oder nur kurzfristig, dann könnte ich einen anderen Weg finden, zufrieden zu leben, und spare dabei vielleicht nicht unerheblich Geld.

Problematisch wird es, wenn die Wirtschaft uns suggeriert, der Wunsch XY sei ein Bedürfnis. Die Werbung will uns mit allen Mitteln dazu bringen, Wünsche und Bedürfnisse miteinander zu verwechseln.

Mein Wunsch

Mein Wunsch nach einem ruhigen und geruhsamen Jahr entspringt einem Bedürfnis nach Sicherheit. Somit ist das ein guter und wichtiger Wunsch für mich! Was wünschen Sie sich fürs neue Jahr?

Und der Glaube?

Bedürfnisse wollen befriedigt – und Wünsche erfüllt werden. Das sind (böse gesagt) alles egoistische Triebfedern (Ich will, ich wünsche, ich brauche). Liebe ist das praktischste Beispiel dafür, dass es Zeiten gibt, an denen man nicht nur sich selbst sieht. Es gibt mehr als die eigenen Bedürfnisse – zumindest für eine Weile …

Solange es jedoch Bedürfnisse gibt, gibt es auch den Glauben, denn er befriedigt eine Menge von ihnen. Wir haben ein inneres Verlangen, eine Sehnsucht, auf die der Glaube Antworten hat: Er sucht nach dem Sinn. Wir haben eine Art Seelenbedürfnis, das in unserer materialistischen Welt keine Befriedigung findet.

Im Christentum gibt es eine Tradition: Jedes Jahr wird ein Bibelspruch (Jahreslosung) ausgewählt, der uns durch das Jahr begleiten möchte. Für die nächsten 365 Tage ist es ein Ausspruch Jesu, nachdem er 5000 Menschen mit 5 Broten und 2 Fischen satt gemacht hat. Man könnte sich nun über dieses Wunder den Kopf zerbrechen … Ich möchte lieber auf diesen einen Satz von Jesus schauen, der uns durch das Jahr 2022 begleiten wird:

“Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.”

Joh. 6,37

Ich übersetze den Satz so: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht verurteilen. Ich nehme dich mit all deinen Bedürfnissen an.

Was für ein wunderbares Versprechen!

Kreativangebot

Hier finden Sie zur Jahreslosung eine Grafik als Download zum Ausgestalten und praktische Impulse.

Das nun folgende Video ist zu Ihrer persönlichen Erheiterung gedacht und zeigt, dass das Johannesevangelium sogar manchen Trickfilmregisseuren noch nicht alle seine Geheimnisse preisgegeben hat:

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